Die wichtigsten Begriffe aus unserer Werkstoff-Datenbank, in einfachen Worten. Von jeder Werkstoffseite führt die Kategorie-Zeile direkt zum passenden Eintrag.
← Zurück zur Werkstoff-DatenbankSpannung, bis zu der sich Stahl elastisch verhält und zurückfedert. Oberhalb beginnt bleibende Verformung — für die Auslegung meist der wichtigste Kennwert (Angabe in MPa = N/mm²).
Maximale Spannung, die der Werkstoff im Zugversuch erträgt, bevor er einschnürt und bricht. Normen geben ein Fenster (min–max) an.
Wie viel Prozent Dehnung eine Probe (80 mm Messlänge) bis zum Bruch mitmacht — das Maß für Umformbarkeit. Faustregel: je fester, desto weniger Dehnung.
Europäisches Nummernsystem (z. B. 1.0548 für HC340LA); die 1 steht für Stahl, Aluminium beginnt mit 3. Eindeutiger als Namen, die sich mit Normausgaben ändern können.
EN-Normen prüfen Automobilgüten QUER zur Walzrichtung, die VDA 239-100 LÄNGS. Längs fallen die Werte niedriger aus — deshalb entsprechen sich EN- und VDA-Güten KLASSENVERSETZT: HC340LA (EN) ≈ CR300LA (VDA), nicht CR340LA. Wer nach VDA bestellt, bestellt bewusst nach VDA.
Gemeinsame Werkstoff-Spezifikation der deutschen Automobilhersteller für Flachprodukte. Bezeichnungen beginnen mit CR (kaltgewalzt) bzw. HR (warmgewalzt); Überzüge werden angehängt (+Z).
Kleine Zusätze von Niob, Titan oder Vanadium erzeugen ein sehr feines Korn — hohe Streckgrenze bei guter Umformbarkeit und Schweißeignung. Typisch: Strukturteile, Sitze, Verstärkungen (HC260LA–HC500LA).
Die Güte gewinnt beim Lackeinbrennen (ca. 170 °C, 20 min) zusätzliche Streckgrenze (≥ 30–40 MPa). Erst weich umformen, dann im Ofen fester werden — ideal für Außenhautteile (HC180B, HC220B).
Auf ~0,01 % Kohlenstoff entkohlt und mit Ti/Nb stabilisiert — extrem tiefziehfähig. Die höherfesten IF-Güten sind die Y-Reihe (HC180Y / HC220Y / HC260Y; VDA: CR180IF / CR210IF / CR240IF).
Umformeigenschaften nahezu richtungsunabhängig (kein „Zipfeln“ beim Tiefziehen). HC220I / HC260I / HC300I nach EN 10268 — eine VDA-Entsprechung gibt es nicht.
Gefüge aus weichem Ferrit mit eingelagertem Martensit — niedrige Streckgrenze beim Umformen, hohe Festigkeit im Teil, stark verfestigend. Crashrelevante Strukturteile (HCT590X u. a.).
Noch festere Mehrphasengefüge bis ~1200 MPa (CP: biegsam, kantenrissunempfindlich — Profile, Schweller; MS: höchste Festigkeit — Verstärkungen, Stoßfänger).
Restaustenit wandelt sich bei Verformung in Martensit um — verbindet hohe Festigkeit mit ungewöhnlich guter Dehnung.
Bor-Mangan-Stahl, der glühend umgeformt und im Werkzeug abgeschreckt wird — fertige Teile bis ~1500 MPa Zugfestigkeit (A-/B-Säulen). Werksgüte, keine EN-Norm; bekannte Markennamen sind Usibor (ArcelorMittal) oder MBW (thyssenkrupp).
+Z feuerverzinkt (Standard-Korrosionsschutz), +ZE elektrolytisch verzinkt (dünner, sehr gleichmäßig, gute Lackierbasis), +ZF/GA Galvannealed (Zink-Eisen, gut schweißbar), +ZM Zink-Magnesium (besserer Schutz bei dünnerer Auflage), +AS Aluminium-Silizium (fürs Presshärten).
Siehe auch: Bezeichnungen lesen
Auf Lieferantenlisten und in unseren Angebotsdaten stehen neben Güte und Überzug oft mehrere Kurzzeichen. So setzen sie sich zusammen:
CR4 · GI50/50 · U Güte CR4 · feuerverzinkt, 50 g/m² je Seite · Sichtteil-Klasse U (VDA-Welt) DX51D +Z100 M B O Güte DX51D · verzinkt, 100 g/m² beide Seiten gesamt · kleinstblumig · verbesserte Oberfläche · geölt (EN-Welt) Siehe auch: Überzüge
Material, das die Erstwahl-Spezifikation des Werks nicht voll erfüllt (z. B. Oberfläche, Maßtoleranz) — technisch oft einwandfrei nutzbar und deutlich günstiger. Genau dafür lohnt ein Blick in unsere aktuellen Angebote.